Vanmoof

VanMoof S5 (24/25) im Test: Comeback mit Haken? So gut kann das E-Bike nach der Insolvenz wirklich sein

Kaufweise editorial team ≈ 6 min read
Hellgraues VanMoof S5 E-Bike auf einer grünen Anhöhe vor malerischer Bergkulisse - Headerbild für Testbericht
Contents
  1. Der VanMoof-Comeback nach der Insolvenz
  2. Design & Verarbeitung: Vertraute Eleganz mit kleinen Updates
  3. Technische Überarbeitung: Mehr als nur Optik?
  4. Fahrgefühl: Smooth mit starkem Boost, aber mit Schwächen im Detail
  5. Smarte Features & Konnektivität: Viel drin, aber auch viel Spielerei?
  6. Video-Review: Das neue VanMoof S5 im Detail
  7. Preis, Service und das große Ganze: Eine riskantere Investition?
  8. Fazit: Design-Ikone mit Fragezeichen – Für wen lohnt sich das S5 (2024)?

Der VanMoof-Comeback nach der Insolvenz

VanMoof ist wieder da! Nach der aufsehenerregenden Insolvenz 2023 und dem Neustart unter neuer Führung sind die überarbeiteten E-Bikes S5 und A5 seit April 2024 wieder erhältlich. Aber ist dieses Comeback mehr als nur ein neuer Anstrich? Das ikonische Design bleibt, aber laut VanMoof wurde unter der Haube ordentlich nachgebessert, damit es zuverlässiger wird. In einem aktuellen Video-Review sieht man das Bike im Detail, während andere Tests und Nutzerberichte schon kritische Fragen stellen: zur Technik, zum Preis von rund 3.300 Euro und dazu, ob es gegen die Konkurrenz wirklich besteht. Lohnt sich der Kauf des überarbeiteten VanMoof S5 wirklich in 2024/2025?

Close-up of the integrated LED front light on the VanMoof S5 e-bike (2024)

Das überarbeitete VanMoof S5 bleibt dem ikonischen Design treu, aber Technik und Service stehen auf dem Prüfstand.

Design & Verarbeitung: Vertraute Eleganz mit kleinen Updates

Optisch ist das S5 einfach eindeutig ein VanMoof. Die minimalistische, elegante Designsprache mit dem durchgehenden Oberrohr und der integrierten Beleuchtung bleibt erhalten – ein zeitloser Hingucker im Stadtverkehr.

  • Farbauswahl & Finish: Neben Hellgrau gibt es jetzt auch eine glänzende dunkelgraue Variante. Im Video-Review wird erwähnt, dass die Schweißnähte bei dieser dunkleren Version unauffälliger wirken. Insgesamt macht die Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck.
  • Überarbeitete Bremshebel: Ein kleines Update sind die schmaleren, filigraneren Bremshebel, die aber stabiler sein sollen. Im Fahrtest lief alles tadellos, auch wenn es sich sich am Anfang erst etwas ungewohnt angefühlt hat.

Close-up of the new, slimmer brake levers on the handlebar of the VanMoof S5

  • Rahmenhöhe: Der S5-Rahmen wurde um 5 cm abgesenkt, damit er besser zu Fahrern ab 165 cm passt (das A5-Modell mit tieferem Einstieg ist für Fahrer ab 155 cm gedacht).

Integrated LED rear light in the frame of the VanMoof S5 e-bike

Technische Überarbeitung: Mehr als nur Optik?

Die entscheidende Frage nach der Insolvenz ist die Zuverlässigkeit. VanMoof betont, dass sie hier nachgebessert haben – auch auf Basis der Daten der fehleranfälligen ersten Generation:

Interne Verbesserungen (laut VanMoof und Testern):

  • Neues Firmware-Release zur Behebung von Problemen mit der Verbindung (Konnektivität).
  • Verbesserte Wasserdichtigkeit.
  • Schrauben (z.B. an den Bremshebeln) sollen sich weniger leicht lösen.
  • Verstärkte Motorhalterung und längere Stecker für bessere Haltbarkeit und Wartung.
  • Neuer Sattelanschluss, der nicht mehr durchhängen soll.
  • Verbesserte Kalibrierung vom E-Shifter (jetzt auch selbst machbar).
  • Optimierte Energieeffizienz (in manchen Tests aber nicht bestätigt).

Qualitätskontrolle:

Ein zusätzlicher Check in den Niederlanden soll die Qualität bei der Auslieferung absichern.

Aber: Berichte von Nutzer:innen und Tests nennen bei neueren Testbikes trotzdem ein mögliches Softwareproblem – so ein gelegentliches mechanisches „Plopp“-Geräusch im Stand, vermutlich vom KickLock. Obwohl VanMoof das als selten einstuft, wirft das Fragen zur Qualitätskontrolle auf, trotz aller Bemühungen. Und auch die nervige Melodie während der (oft nötigen) Firmware-Updates soll bei Nutzer:innen weiterhin ein Thema sein.

Fahrgefühl: Smooth mit starkem Boost, aber mit Schwächen im Detail

Das Fahrgefühl des S5 wird im Video als vertraut und angenehm beschrieben. Andere Tester sehen das ähnlich, äußern aber auch Bedenken:

  • Motor & Unterstützung: Der Gen-5-Frontmotor ist extrem leise und gibt dank Drehmomentsensor eine sehr natürliche Unterstützung. Das Fahrgefühl ist smooth und intuitiv. Im Video-Test ist außerdem ein leichtes Surren beim Wegnehmen der Unterstützung aufgefallen.
  • Boost-Knopf: Mit jetzt 68 Nm Drehmoment liefert der Boost ordentlich Schub für Anstiege und Ampelstarts. Auf losem Untergrund ist aber Vorsicht angesagt (Traktionsverlust am Vorderrad).

Close-up of the Boost button on the right handlebar grip of the VanMoof S5

  • Automatische 3-Gang E-Schaltung: Die elektronische Sturmey-Archer-Schaltung funktioniert besser als beim S3, ist laut Testern aber nicht so geschmeidig wie bei der Konkurrenz (z.B. Enviolo). Es kann vorkommen, dass man gelegentlich Ruckler beim Schalten oder so ein „Klackern“ hört, vor allem bei kräftigem Treten. Dass man die Schaltpunkte per App individuell anpassen kann, ist ein Pluspunkt. Kritiker fragen allerdings, ob eine komplexe E-Schaltung für ein City-Bike mit starkem Boost überhaupt nötig ist – Stichwort: „Die Welt ist bei E-Shiftern weitergegangen“.
  • Komfort & Handling: Bequemer Sattel, aufrechte Sitzposition und dicke Reifen sorgen für Komfort auf Asphalt. Die Bremsen werden als richtig gut gelobt. Das Gewicht liegt bei ca. 23 kg.
  • Reichweite: VanMoof verspricht bis zu 60 km im Powermodus. In Tests vom letzten Jahr (2023) kamen unter echten Bedingungen (volle Leistung, Boost, kühle Temperaturen) aber oft eher Reichweiten um die 45–50 km mit dem 487-Wh-Akku raus – ähnlich wie beim S3 mit größerem Akku. Ob die 2024er Version hier deutlich effizienter ist, muss man abwarten.

Smarte Features & Konnektivität: Viel drin, aber auch viel Spielerei?

Da punktet VanMoof traditionell, aber nicht alles überzeugt wirklich:

  • Halo Rings: Die neuen LED-Ringe am Lenker ersetzen das Matrix-Display. Die zeigen Geschwindigkeit, Akkustand usw. an. Im Video sehen sie schick aus, aber laut Nutzer:innen und Testern sind sie bei Sonne kaum ablesbar und wirken eher „gimmicky“.
  • KickLock: Das geniale integrierte Schloss fürs Hinterrad mit Alarmfunktion bleibt ein Highlight.

Close-up of the KickLock locking button on the rear wheel hub of the VanMoof S5

  • App & Tracking: Die App ist übersichtlich und bietet viele Einstellungen. Apple „Find My“ ist integriert.
  • SP-Connect-Halterung & USB-C: Die integrierte Handyhalterung und der Ladeport sind praktische Ergänzungen.

Integrated SP Connect phone holder on the stem of the VanMoof S5 e-bike

  • Multifunktionsknöpfe: Neu dazugekommen sind Knöpfe unterhalb von Klingel und Boost – die können u.a. die Unterstützungsstufe wechseln oder Blinklichter aktivieren (die sind eher rudimentär und dazu noch mit teils peinlichem Sound unterlegt). Kritiker finden den Nutzen aber eher gering („Features für die Marketing-Checkliste“).
  • Peace-of-Mind-Service für mehr Sicherheit: Wichtige Änderung: Der frühere Diebstahlschutz- und Wiederbeschaffungsservice „Peace of Mind“ wird für die neuen Modelle nicht mehr angeboten. Klassische Versicherungen sind natürlich trotzdem möglich.

Video-Review: Das neue VanMoof S5 im Detail

Für einen genaueren visuellen Eindruck und die ausführlichen Fahreindrücke aus dem ursprünglichen Review: schaut euch dieses Video an:

Preis, Service und das große Ganze: Eine riskantere Investition?

Mit knapp 3.300 Euro ist das S5 teurer als frühere VanMoof-Generationen und sitzt damit eher im oberen Mittelfeld. Entsprechend fielen auch einige Bewertungen nach dem Relaunch kritischer aus – auch wegen des gestiegenen Wettbewerbs (z.B. ist der Cowboy Cruiser günstiger, und der Veloretti Ace 2 gilt zum ähnlichen Preis als mindestens genauso gut oder sogar besser).

  • Aufladen: Der Akku ist weiterhin fest verbaut und muss am Rad geladen werden (Ladezeit ca. 6,5 Std.). Pläne für eine externe „Click-On“-Batterie gibt es aktuell nicht.
  • Service-Netzwerk: VanMoof setzt jetzt auf Partnerwerkstätten statt eigener Stores. Das kann potenziell eine Verbesserung sein, aber das Netzwerk ist neu und muss sich erst beweisen.
  • Herstellerspezifische Teile: Ein großer Teil der Komponenten ist VanMoof-spezifisch. Das heißt: starke Abhängigkeit vom Hersteller und seinem (neu aufgebauten) Service-Netzwerk – ein Risiko bei einem Unternehmen, das gerade erst eine Insolvenz hinter sich hat. Wie nah ein zertifizierter Servicepartner ist, ist dabei super wichtig.

Fazit: Design-Ikone mit Fragezeichen – Für wen lohnt sich das S5 (2024)?

Das VanMoof S5 bleibt ein wunderschönes, smarts E-Bike mit einem einzigartigen Fahrgefühl und cleveren Detaillösungen wie dem KickLock. Der leise Motor und der kräftige Boost machen richtig Spaß.

Trotzdem wiegen die Kritikpunkte schwerer als früher: Der Preis ist hoch, die Konkurrenz stark. Die Zuverlässigkeit muss sich trotz der Nachbesserungen erst langfristig beweisen (siehe Berichte über Softwareprobleme bei Testbikes). Einige Features wie die Halo Rings oder die Zusatzknöpfe wirken eher wie Spielereien („Gimmicks“). Die E-Schaltung ist nicht mehr wirklich State of the Art, und die Abhängigkeit von proprietären Teilen und einem noch nicht wirklich bewährten Service-Netzwerk unter neuer Führung ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Dass der „Peace of Mind“-Service wegfällt, ist auch ein Minuspunkt.

Pro & Contra VanMoof S5 (2024/2025)

  • Pro:
  • Ikonisches, minimalistisches Design
  • Sehr angenehmes, natürliches Fahrgefühl & leiser Motor
  • Starker Boost-Modus
  • Genialer KickLock & gute App-Integration
  • Praktische Handyhalterung mit Ladeport
  • Contra:
  • Relativ hoher Preis im Wettbewerbsumfeld
  • Zuverlässigkeit trotz Verbesserungen noch nicht bewiesen (neue Bugs?)
  • Einige Features wirken „gimmicky“ (Halo Rings Sichtbarkeit, Multifunktionsknöpfe)
  • E-Shifter nicht so smooth wie bei Top-Konkurrenz / Komplexität fragwürdig
  • Akku fest verbaut
  • Abhängigkeit von proprietären Teilen & neuem, noch unbewiesenem Service-Netzwerk
  • „Peace of Mind“-Service eingestellt

Urteil:

Das VanMoof S5 (2024) ist ein E-Bike für Fans vom speziellen Design und der smarten Integration, die bereit sind, dafür einen Premium-Preis zu zahlen und ein gewisses Risiko bei Service und Langzeit-Haltbarkeit einzugehen. Wer maximale Zuverlässigkeit, einen austauschbaren Akku oder einfach das smootheste Schalten sucht, findet eventuell bessere (und/oder günstigere) Alternativen. Das S5 hat viele „Darlings“ – ob die den Aufpreis und die möglichen Nachteile wert sind, muss am Ende jede Person selbst entscheiden. Insgesamt ist es eher eine Abwägung mit mehr Fragezeichen als bei früheren Modellen.

Kaufweise editorial team

We only write about goods we have held in our own hands: brand-name goods, honestly described, 20 to 70% below RRP.

Kaufweise guides

Read more

More from the Kaufweise guides, written with honesty.